Verpackungsmüll

Weniger Verpackungsmüll. Was jeder tun kann, erfahren Sie hier.

Wenig Schokolade für die Seele in viel zuviel Plastik verpackt.
Muss Schokolade so verpackt werden? Foto: T. Reckert

Müllinseln im Meer und Mikroplastik in der Nahrungskette, davon hat mittlerweile fast jeder etwas gehört, der sich für Natur und Umwelt interessiert. Immer wieder erschreckend sind konkrete Zahlen und Analysen, kompakt zusammengestellt im Plastikatlas 2019.

Selber etwas zu tun, bedeutet in der Regel, seine lieben Gewohnheiten zu überdenken und, was allen schwerfällt,  zu ändern. Leider geht es nicht anders, und oft erweisen sich die Änderungen auch als Erleichterung und Vereinfachung des Lebens. Einfach mal testen.

Informationen zum Thema Müll, Mülltrennung, Verpackungsmüll gibt es viele. Hier sei besonders auf die vom NABU erarbeiteten umfangreichen Informationen zur Mülltrennung verwiesen  oder auf diejenigen des städtischen Abfallwirtschaftsbetriebes der Stadt Magdeburg.  Lesen ist schon einmal ein guter Anfang, aber was kann jeder tun, außer seinen Müll in die dafür vorgesehenen blauen, gelben, grauen und braunen Mülltonnen zu werfen?

Tipp Nr.1: Mehrweg statt Einweg

Regionale Mineralwässer sind nicht unbedingt besser als das Leitungswasser.
Logo für PET-Einwegflaschen. Foto: T. Reckert

Haben Sie schon einmal versucht, in einem Supermarkt ausschließlich Produkte zu kaufen, die nicht in Plastik eingeschweißt oder verpackt sind? Sie werden zwar einiges finden, aber Ihr Speisezettel wird sich drastisch reduzieren. Das beginnt bereits in der Getränkeabteilung beim Mineralwasser. Mehrwegflaschen sollen es sein, und es gibt viele Pfandflaschen. Allerdings sind die wenigsten PET-Flaschen Mehrwegflaschen, auch wenn sie in Mehrwegkästen verkauft werden. Flaschen mit dem Logo wie auf dem Foto sind Einwegflaschen. Neuerdings müssen Mehrwegflaschen am  Regal ausgewiesen werden. Das macht die Suche einfacher. Da mir Glasflaschen zu schwer sind ,  schaue ich in einem Magdeburger Supermarkt nach regionalem Mineralwasser in PET-Mehrwegflaschen. Fehlanzeige! Die nächstgelegenen Mineralwässer kommen aus Sachsen. "Gänsefurther" z.B. setzt auf Einwegplastik.  Was tun? Aus den beiden Möglichkeiten, die mir einfallen, nämlich sächsiches Mineralwasser kaufen oder Wasser aus dem Wasserhahn, wähle ich doch lieber gleich das Wasser aus dem Hahn.

Tipp Nr.2 : Abfall vermeiden statt Bioplastik

"Kompostierbare Plastiktüten und Verpackungen sind ökologischer als herkömmliche"- das ist ein Märchen. Bioplastik verschiebt das Problem, löst es aber nicht. Beispiel Kaffeekapsel.

Bioplastik gehört auch nicht in den Biomüll. Einkaufen ohne Verpackung, einfach lose, ist die bessere Lösung. Das geht manchmal einfach z.B. bei Obst und Gemüse auf dem Wochenmarkt. Auch in vielen Supermärkten wird mittlerweise akzeptiert, wenn man den eigenen durchsichtigen Beutel für Obst und Gemüse mitbringt, z.B. selbstgenäht aus dünnem Gardinenstoff. Inzwischen kann man schon in einigen Supermärkten wiederverwendbare Stoffbeutel kaufen.

Fragen kostet nichts. So freut man sich z.B. bei meinem Bäcker über mitgebrachte Stoffbeutel. In Bioläden in Magdeburg, werden mitgebrachte Verpackungen nicht nur beim Obst, Gemüse und beim Brot, sondern auch beim Käse akzeptiert. Im ersten Unverpacktladen Magdeburgs ist das Mitbringen von Behältnissen das grundlegende Konzept. Dort gibt es auch viele Tipps, um Müll in allen Lebensbereichen zu vermeiden.

Es lohnt sich aber auch, einfach mal nachzufragen. So gelang es mir recht problemlos, Schokotrüffel aus einer Selbtsbedienungstheke in meinen eigenen Behälter abfüllen zu dürfen.

 

Mehr Tipps zum Thema "Lose Einkaufen in Magdeburg" geben wir Ihnen gern auf Anfrage: naturkunde@gmx.de

Selber Erfahrung gesammelt? Wir sind interessiert!

 

Tipp Nr.3: Gegen den "wilden Müll" - "Magdeburg putzt sich"

Let's clean up Europe / Magdeburg putzt sich
Ausbeute der Müllsammelaktion am 23.3.2019 Neustädter See. Foto: T. Reckert

Nicht alles konnten wir in Müllsäcke steken, und neben den spektakulären Funden wie der verrosteten Geldkassette im Bild links, waren es vor allem Papiertaschentücher und Verpackungsmüll (Joghurtbecher, Verpackung von Fastfood, Schokoriegeln, Bonbons sowie Chipstüten, Zigarettenschachteln, Flachmänner, leere Flaschen von alkoholischen Getränken, etc.), die wir aus den Böschungen des Neustädter Sees, seitlich der Wege, an Parkplätzen aufsammelten. Nicht immer waren wir sportlich genug, um ins dichte Gebüsch vorzudringen. Und nach einem Vormittag mit gefühlt tausendmal Bücken, waren wir erschöpft, aber zufrieden.

"Magdeburg putzt sich" findet jedes Jahr im Rahmen der europäsichen Aktion "Let's clean up Europe" statt. Ziel der Kampagne ist, ein Zeichen gegen den "wilden Müll" zu setzten und für das Thema zu sensibilisieren. Machen Sie mit im nächsten Jahr!

Strände zugemüllt
Idylle am Strand? Foto: T.Reckert

 

 

 

 

Wenn Sie "wilden (Sperr)müll" oder Schadstoffe finden, melden Sie sie bitte der Stadt mit Hilfe des MD-Melders.